Kardiorenale Medizin

Klinik für Nephrologie und Rheumatologie

Das kardiorenale Syndrom beschreibt einen Symptomenkomplex gemeinsam auftretender Herz- und Nierenerkrankungen, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind. Bei dem kardiorenalen Syndrom muss eine sich gegenseitig bedingenden Verschlechterung von Herz- und Nierenfunktion unterbunden werden, um fortschreitendes Herz- und Nierenversagen zu vermeiden. Da die Funktionsverbesserung des einen Organs auch zur Verbesserung des anderen führt, erfordert die Behandlung des kardiorenalen Syndroms die fachübergreifende (interdisziplinäre) Zusammenarbeit von Kardiologie und Nephrologie.

Durch die enge Kooperation der beiden Fachbereiche im Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen ist eine optimale Diagnostik sowie Therapie von kardiorenalen Krankheitsbildern gegeben. Dabei wird sowohl im klinischen Alltag, als auch bei der wissenschaftlichen Arbeit eine enge Zusammenarbeit der beiden beteiligten Kliniken gepflegt.

Diese Behandungen bieten wir

Neben laborchemischen Untersuchungen kommen bei der Behandlung von Patient*innen spezialisierte Ultraschall-basierte Untersuchungen wie Nierensonographie, Lungensonographie sowie Echokardiographie zum Einsatz. Eine leitliniengerechte Therapie kann die Prognose und Symptomatik der Patient*innen verbessern, ist jedoch nicht selten durch die bestehende Nierenfunktionseinschränkung erschwert, so dass eine individualisierte Therapie notwendig ist. Neue Medikamente (z.B. SGLT-2-Inhibitoren, orale Kaliumbinder, ARNI, spezifische Mineralokortikoidrezeptorantagonisten) werden dabei von uns bereits erfolgreich bei Patient*innen mit kardiorenalem Syndrom eingesetzt. Um Patient*innen optimal zu behandeln und um behandelbare Ursachen einer begleitenden Herz- und Nierenschwäche zu erkennen, bieten wir die kardiorenale Sprechstunde an.

Angebote der kardiorenalen Sprechstunde
  • Fachübergreifende Langzeitbehandlung von Patienten mit kardiorenalem Syndrom
  • Behandlung von kardiorenalen Begleiterkrankungen
  • Spezialisierte Bildgebung: Nierensonographie, Lungensonographie sowie Echokardiographie
  • Spezielle kardiorenale Labordiagnostik
  • Anpassung der medikamentösen Therapie an entsprechende Krankheitsstadien
  • Beratung zu unterschiedlichen Nierenersatzverfahren bei Patienten mit dialyse-pflichtiger (terminaler) Niereninsuffizienz

An wen richtet sich die Sprechstunde?

  • Patient*innen nach dekompensierter Herzinsuffizienz mit Akutem Nierenversagen (AKI) bzw. AKI und begleitender akuter Herzinsuffizienz (CRS Typ 1 und 2), ca. 4-12 Wochen nach stationären Behandlung
  • Patient*innen mit chronischer Herz- und Niereninsuffizienz (CRS Typ 3 und 4)
  • Patient*innen mit Herz- und Nierenbeteiligung im Rahmen einer Systemerkrankung (CRS Typ 5)

Anmeldung: 0551 3960400

Checkliste zum Ambulanztermin

  • Eine zum Termin aktuelle Überweisung an die Nephrologie vom niedergelassenen Kardiologen, Nephrologen, Internisten bzw. Hausarzt
  • Ihre Gesundheitskarte (Krankenkassenkarte)
  • Ihre aktueller Medikationsplan
  • Vorbefunde, Laborwerte und den letzten Arztbrief
  • Aufzeichnungen über Gewichts- und Blutdruckverlauf
  • Falls notwendig: jeweils einen Transportschein für Hin- und Rückfahrt

Klinische Studie

Parameter der venösen Kongestion sowie einer Nierenfunktionsverschlechterung bei Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei Patient*innen mit Herzinsuffizienz, bei denen eine Dekompensation aufgetreten ist, wird häufig zusätzlich eine Verschlechterung der Nierenfunktion (kardiorenales Syndrom) beobachtet. Dieses geht mit einer erhöhten Mortalität einher. Aktuelle Studien zeigen, dass die venöse Kongestion hierbei ein entscheidender Faktor sein könnte. In der Studie soll untersucht werden, bei welchen Patient*innen im Verlauf der Rekompensation eine Verschlechterung oder eine Verbesserung der Nierenfunktion auftritt und inwieweit sich der Verlauf vorhersagen und ggf. beeinflussen lässt. Hierbei werden sonographische, laborchemische und klinische Parameter erhoben. Der Verlauf der chronischen Herzinsuffizienz ist relativ variabel. So gibt es einerseits Patient*innen, die trotz einer mittel- bis hochgradig reduzierten Pumpfunktion über lange Zeit oligosymptomatisch (NYHA I-II) und klinisch stabil sind, während es bei anderen Patient*innen zu schweren Symptomen (NYHA III-IV) und wiederholten Dekompensationen (ADHF) kommt. In diesem Kollektiv wird analysiert, in wie weit Parameter der venösen Kongestion als Prädiktoren einer drohenden Dekompensation sowie einer schnellen Progression der Niereninsuffizienz dienen können.

Leitender Oberarzt / Bereichsleiter Nephrologie & Hypertensiologie

apl. Prof. Dr. med. Michael Koziolek

apl. Prof. Dr. med. Michael Koziolek

secretariat

  • Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Internistische Intensivmedizin, Hypertensiologie       

Geschäftsführender Oberarzt (Kardiorenale Medizin und Lehre)

Prof. Dr. med. Manuel Wallbach

Prof. Dr. med. Manuel Wallbach

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  • Geschäftsführender Oberarzt (Kardiorenale Medizin und Lehre)

    Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Internistische Intensivmedizin, Hypertensiologie

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