Bluthochdruck

Klinik für Nephrologie und Rheumatologie

In Deutschland leiden rund 30 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. Bei jeder*m dritten Patient*in kann der Blutdruck trotz mehrerer Medikamente nicht ausreichend gesenkt werden. Das Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine dialysepflichtige Nierenschwäche ist erhöht, wenn der Blutdruck unzureichend eingestellt ist. Bei Patient*innen, deren Blutdruck trotz einer 3-fach Kombinationstherapie in Höchstdosis nicht adäquat eingestellt ist, spricht man von einer therapie-resistenten Hypertonie. Bei diesen Patient*innen bieten wir spezielle Untersuchungen an, um organische Ursachen des Bluthochdrucks, wie z.B. ein Schlafapnoe-Syndrom, Erkrankungen der Nieren und Nierengefäße oder hormonelle Erkrankungen, auszuschließen.

Wir sind ein zertifiziertes Hypertonie-Zentrum DHL.

Innovative Behandlung mit Barorezeptorstimulationen

Abb.: Die Energieversorgung des Stimulators erfolgt über eine Batterie, die unter der Haut ähnlich wie ein Herzschrittmacher implantiert wird. Über 1 dünnes Kabel (Elektroden) wird der Barorezeptor, der sich an der Aufgabelung der Halsarterie befindet, elektrisch stimuliert. Dadurch sinken Blutdruck und Herzfrequenz. Grafik: CVRx Inc., Minneapolis, Minnesota, USA

Patient*innen, bei denen sich der Blutdruck nicht allein durch Medikamente senken lässt, profitieren an der Universitätsmedizin Göttingen seit 2011 von einem speziellen Verfahren: der Barorezeptorstimulation. Mit dem neuen Verfahren wird nicht nur der Blutdruck reduziert, sondern auch Organ- und Gefäßschäden werden gemildert und der Verlust der Nierenfunktion verlangsamt. Bei der Barorezeptorstimulationstherapie wird den betroffenen Patient*innen ein „Bluthochdruckschrittmacher“ eingesetzt. Der Schrittmacher wird in einem kleinen chirurgischen Eingriff unter dem Schlüsselbein platziert und sendet elektrische Signale an die Nervenzellen der Halsschlagader, die so genannten Barorezeptoren. Barorezeptoren sind körpereigene Blutdruckregler. Sie senden Signale an das Gehirn, die Blutdruck und Herzfrequenz normalisieren. Das Verfahren ersetzt nicht die Einnahme von Medikamenten. Es ergänzt sie und hilft dabei, den Blutdruck richtig einzustellen, um auch Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die neue Therapie.   

Um Patient*innen optimal zu behandeln, bieten wir in unserer nephrologischen Ambulanz eine Spezialsprechstunde für die Barorezeptoraktivierungstherapie an.

Welche Patient*innen kommen in Frage?

Indikation:
Blutdruck im Mittel >150/90 mmHg trotz 3 verschiedener Blutdruckmedikamente in Maximaldosierung, davon ein Diuretikum (Wassertablette)

Kontraindikationen:

  • hochgradige Carotisstenose (Verengung der Halsschlagadern)
  • unbehandelte sekundäre Hypertonie (Bluthochdruck mit organischer Ursache)
  • stenosierende (verengende) Herzklappenerkrankung bei denen eine Blutdruckabsenkung gefährlich wäre
  • relevante Bradykardien (langsamer Puls) <50 Schläge pro Minute

Was müssen Sie zur Erstuntersuchung mitbringen?

  • Blutdruckaufzeichnungen
  • aktuelle Langzeitblutdruckmessungen unter aktueller Medikation
  • aktuelle Medikamentenliste
  • Liste über Vorerkrankungen


sofern vorhanden:

  • Befunde über Abklärung sekundäre Hypertonie (Bluthochdruck mit organischer Ursache)
  • Dopplerbefund Carotiden (Halsschlagadern)

Nephrologische Ambulanz: 0551 3960400

Für Patient*innen mit Nierenerkrankungen bietet unsere Klinik Spezialsprechstunden in unserer nephrologischen Ambulanz.

Kontakt

Leitender Oberarzt

apl. Prof. Dr. med. Michael Koziolek

Kontaktinformationen

Sekretariat

  • Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Internistische Intensivmedizin, Hypertensiologie       

BAT Ambulanz

Christine Biegler

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  • Assistentin für Hypertonie und Prävention - DHL, Krankenschwester, Barorezeptorstimulanzambulanz

Oberarzt

PD Dr. med. Manuel Wallbach

Kontaktinformationen

  • Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Internistische Intensivmedizin, Hypertensiologie

Zertifiziertes Hypertonie Zentrum DHL®

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